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Adventsfeier des LFRM am 4. Dezember 2011 im Restaurant Landhaus Diedert in Wiesbaden-Klarenthal
Foto: Karl-Heinz Fink

Auszug aus dem "Letzeburger Bliedchen"
34. Jahrgang, Dezember 2011, Nr. 99

Le mot du Président

Léiw Memberen, liebe Freunde unserer Amicale,

wenn man durch die Stadt Luxemburg promeniert, kann es einem ergehen, dass man innerhalb einer Stunde mehreren prominenten Luxemburgern begegnet. So ging es auch meiner Frau und mir letzthin am 18. November, als uns der designierte Bürgermeister der Hauptstadt, Xavier Bettel, in der Enneschtgaass und kurz darauf der neue Erzbischof Mgr Jean-Claude Hollerich in der Avenue Monterey über den Weg liefen, beide uns fröhlich anlächelnd, der eine wahrscheinlich in der Annahme, dass wir zu seinen Wählern, der andere wohl mutmaßend, dass wir zu seinen Gläubigen gehörten.

Beide sind jedenfalls ihnen unbekannten Menschen lächelnd begegnet. Wenn man das Lächeln nicht als einen unkontrollierten Ausdruck von Ängstlichkeit, sondern als positives Zeichen betrachtet, ist es bei Menschen normalerweise ein Ausdruck der Freude, des guten Willens, und dient z. B. der Aufnahme von Kommunikation. Lächeln ist keine lernbare Reaktion, sondern wird den Menschen schon von Geburt an mitgegeben. Lächeln bewirkt angeblich, so kann man auch bei Wikipedia lesen, nicht nur eine Veränderung des Gesichtsausdrucks, sondern führt auch dazu, dass das Hirn Endorphine produziert, die körperliche und seelische Schmerzen verringern und das Wohlbefinden steigern.

Einem Lächeln kann sich kaum jemand entziehen, wenn das Lächeln ehrlich ist. Ein Lächeln ist ansteckend und somit ein Weg, Fröhlichkeit und Wohlbefinden zu übertragen.

Das sogenannte soziale Lächeln gilt als angeboren, worauf beispielsweise Unterschiede des Lächelns von sehenden und blinden Olympia-Siegern hinwiesen. Sowohl blinde wie sehende Zweit- und Drittplazierte zeigten das soziale Lächeln. Noch vor dem sozialen Lächeln sieht man bei Babys das Vorlächeln. Dieses so genannte Engels-Lächeln passiert typischerweise in den ersten Lebenswochen. Wir kommen hierauf noch zu sprechen.

Lächeln gilt auch als Bestandteil von gutem Service und wird als entgegengebrachte Freundlichkeit aufgefasst. Man findet im Dienstleistungsbereich aber auch zuweilen ein beruflich verordnetes Dauerlächeln. Forscher haben festgestellt, dass zwangsweises Lächeln, bei dem man seine tatsächlichen Emotionen unterdrückt, kurzfristig zu Kreislaufveränderungen, und auf die Dauer zu Stress und Krankheiten wie Depressionen, führen kann. Das ist dann die Kehrseite des natürlichen Lächelns. Ein Verhaltensforscher hat einmal gesagt, unser wichtigstes freundliches Signal sei das Lächeln. Mit dieser angeborenen Verhaltensweise sind wir tatsächlich in der Lage, uns mit völlig Unbekannten anzufreunden.

Es gibt zahlreiche Zitate und Sprüche über das Lächeln. Charlie Chaplin meinte: „Jeder Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag.“ Der französische Flieger und Romancier Antoine de Saint-Exupéry sagte einmal: „Ein Lächeln ist oft das Wesentliche. Man wird mit einem Lächeln belohnt oder belebt.“ Und in seinem Schauspiel „Torquato Tasso“ lässt Johann Wolfgang von Goethe gleich zu Beginn die Prinzessin von Este zur Gräfin Leonore sagen: „Du siehst mich lächelnd an, Eleonore, und siehst dich selber an und lächelst wieder.“

Das Lächeln kann sich also auf einen selbst sehr positiv auswirken. „Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann“, meinte Christian Morgenstern. Und ein Sprichwort sagt: „Ein Lächeln ist der kürzeste Weg zwischen zwei Freunden.“ Lächeln kann vieles überbrücken: „Fragt die Liebe die Freundschaft: „Warum gibt es dich, wenn es mich schon gibt?“ Darauf antwortet die Freundschaft: „Um dort ein Lächeln zu zaubern, wo du eine Träne hinterlassen hast.“

Wir könnten hier noch unzählige Lebensweisheiten zitieren, die das Lächeln propagieren. Allen gemeinsam ist, dass man das Leben lächelnd oder gar nicht meistert. Lächeln kostet nichts, warum soll man es nicht jedem schenken?

In den Ländern der westlichen Welt gilt Lächeln als Form der Freude und als Ausdruck von Glück. In den asiatischen Ländern gilt das Lächeln als eine Form der Höflichkeit. Ein indisches Spruchwort sagt: „Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.“ Ein chinesischer Spruch, schon eher ein Gedicht, lautet:

„Ein Lächeln kostet nichts und bringt doch so viel.

Es bereichert den Empfänger und den Geber.

Es ist vielleicht nur kurz, doch die Erinnerung daran oft unvergänglich.

Keiner ist so reich, um darauf verzichten zu können.

Und keiner ist zu arm, dass er es sich nicht leisten könnte.

Es bringt Glück und ist ein Zeichen von Freundschaft.

Es bekommt erst dann seinen Wert, wenn es verschenkt wird.

Sollte der andere einmal kein Lächeln mehr zur Verfügung haben, überlasse ich ihm eins von meinen, denn niemand braucht so sehr ein Lächeln, wie der, der keins mehr übrig hat.“

Gerade in der Weihnachtszeit, zum Fest der Freude, sollten wir uns angewöhnen, mehr zu lächeln als sonst. Selbst das Jesuskind hat sich daran gehalten – wenn man der bekannten Geschichte von Karl Heinrich Waggerl mit dem Titel „Worüber das Christkind lächeln mußte“ folgen will, auch wenn es nur ein einfacher Floh war, der mit Hilfe des Christkindes mit einem weiten Sprung der Streu in der Krippe entfliehen wollte. Dabei ließ es sich nicht vermeiden, dass er das Kind ein wenig kitzelte, als er sich zurechtrückte und die Beine unter den Bauch zog. In diesem Augenblick rüttelte die Mutter Gottes ihren Gemahl aus dem Schlaf. "Ach, sieh doch!" sagte Maria selig, "es lächelt schon!"

Bringt das nicht auch uns zum Lächeln?

All eis Memberen a Sympathisanten vun eiser Heemecht wönschen ech, och am Numm vun menger Fra, mat engem frëndlechen Laachen eng gutt Adventszäit, schéi Chrëschtdeeg an e gudden Rutsch!

Pierre Even


Gedächtnisfeier für Großherzog Adolphe in Weilburg am 17.11.

Viele Besucher in der geöffneten Luxemburger Gruft der Weilburger Schlosskirche

Am 17. November 2011 haben wie alljährlich viele Menschen aus Weilburg und der weiteren Umgebung die Gruft in der Weilburger Schlosskirche besucht. Gemäß einer jahrzehntelangen Tradition war sie am Todestag von Adolphe, Großherzog von Luxemburg und letztem Herzog von Nassau, zugänglich, der am 17. November 1905 im Alter von 88 Jahren auf seinem Schloss Hohenburg bei Lenggries in Oberbayern verstarb.

Der Begründer der Dynastie Luxemburg-Nassau ist hier wie viele andere evangelische Grafen und Fürsten des Hauses Nassau-Weilburg beigesetzt. Die schweren Platten unter dem Altar waren von Schlossverwalter Schröder geöffnet und der Eingang mit nassauischen Fahnen geschmückt worden.

Eine Abteilung der Weilburger Bürgergarde war, unter den wachsamen Augen von Hauptmann Jörg Schönwetter und Leutnant Manfred Abel, mit Feldwebel Horst Bruchmeier beidseits der Gruft

Pfarrerin Petra Schramm hielt mit den Offiziellen aus Stadt und Freundeskreis eine kurze Gebetsandacht. Zuvor hatten sie zusammen mit über 70 Besuchern in der Schlosskirche einen kurzen Gottesdienst gefeiert.

Die Stadt Weilburg war mit Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) und Stadtverordnetenvorsteher Walter Frank (SPD) sowie der CDU-Fraktionsvorsitzenden Christine Zips vertreten.

Der LFRM war mit Präsident Pierre Even und Sekretärin Elise Fink-Weydert an der Spitze gekommen, und wurde ebenso durch die Mitglieder Karl-Heinz Fink, Hans-Peter Schick und Christine Zips repräsentiert.

Der Vorsitzende des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung e.V., Dr. Rolf Faber aus Wiesbaden, war ebenfalls anwesend.

Für das Weilburger Tageblatt berichtete wie schon seit Jahren Dieter Nobbe.

Wie alljährlich wurde die Feier sehr würdig gestaltet und begangen und bezeugt die historisch gewachsenen Beziehungen zwischen der alten nassauischen Residenzstadt Weilburg und der Luxemburger Dynastie, aber auch zu den im Rhein-Main-Gebiet wohnenden Luxemburgern.

Erfreulicherweise waren auch diesmal viele junge Leute anwesend, die hier gewissermaßen einen lebendigen Geschichtsunterricht erfahren konnten, damit auch in den nächsten Generationen die historisch gewachsenen Traditionen weitergegeben werden können.

Nach der Feier gab es vor der Schlosskirche noch ein Gruppenfoto und wurden im nebenanliegenden Rathaus-Café die bevorstehenden Feierlichkeiten zum 100. Todestag von Großherzog Wilhelm IV. von Luxemburg, Herzog zu Nassau, am 25. Februar 2012 und die in diesem Zusammenhang geplante Enthüllung eines Denkmals für Herzog Adolph zu Nassau besprochen.


Prinzessin Elisabeth von Luxemburg verstorben
Persönliche Erinnerungen

Die Schwester von SKH Großherzog Jean und Tante von SKH Großherzog Henri, IKH Prinzessin Elisabeth von Luxemburg, verstarb am 22. November 2011 im Alter von 89 Jahren.

Die Prinzessin war mit SH Franz Fürst von Hohenberg, einem Nachkommen des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand, verheiratet und hinterlässt zwei Töchter, Anita von Hohenberg und Sophie de Potesta. Prinzessin Elisabeth von Luxemburg war das zweite Kind von IKH Großherzogin Charlotte. Sie wird in Artstetten in Österreich, dem Familiensitz der Herzöge von Hohenberg, begraben.

Eine Trauermesse hat im Dezember in der Kirche Saint Michel in Luxemburg stattgefunden.

Persönliche Erinnerungen aus dem Jahre 1992

Am 14. Oktober 1992 besuchte Großherzog Jean in Begleitung seiner Schwestern Prinzessin Elisabeth und Prinzessin Alix die von mir initiierte Ausstellung „Adolph, Herzog zu Nassau, Großherzog von Luxemburg. 1817-1905“ in der Wiesbadener Landesbibliothek. Meine Frau und ich hatten das Glück, an diesem denkwürdigen Tag vier Stunden mit IIKKHH zu verbringen, von ihnen im damaligen Restaurant „Alte Krone“ in Wiesbaden zum Mittagessen eingeladen zu werden, gemeinsam die Ausstellung zu besuchen, danach das Nassauische Landesdenkmal zu besichtigen und schließlich mit ihnen noch das Biebricher Schloss anzusehen. Prinzessin Elisabeth erwies sich bei den Gesprächen und Plaudereien als ausgewiesene Kennerin der Familiengeschichte des Hauses Nassau. In Biebrich rezitierte sie sogar einige Verse auf Biebricher Dialekt, die sie von ihrer Mutter Großherzogin Charlotte erzählt bekommen hatte, und berichtete, dass ihr Großvater Erbprinz Wilhelm seinerzeit, vor 1866, den Rhein vor dem Biebricher Schloss durchschwommen hatte. Mit ihr verliert das Großherzogliche Haus eine stets diskrete, sehr warmherzige, beeindruckende Persönlichkeit.          Pierre Even


Gelungene Adventsfeier des LFRM im neuen Gewand

Nach 34 Jahren unermüdlicher Aktivität im Dienste der Luxemburger im Rhein-Main-Gebiet ließ unser allseits geschätzter „Kleeschen“ alias Jean-Paul Théato durchblicken, dass er, da privat bereits seit 2009 im Ruhestand, auch „dienstlich“ etwas amtsmüde geworden und fürderhin sein Gnadenbrot zu verzehren gewillt sei.

Welches schlagkräftige Argument konnten wir diesem unmissverständlichen Wunsch des im Übrigen schon seit etwa 1.650 Jahren emeritierten Bischofs von Myra entgegensetzen?

Also beschloss unser auf allzeitige Neuerung bedachtes Comité, die seit 1977 um den 6. Dezember herum ununterbrochen begangene sonntägliche „Kleeschen-Feier“ ein wenig aufzufrischen. An uns, die bereits vor 34 Jahren dabei waren, waren all diese Jahre nicht ganz spurlos vorbeigegangen, viele Kinder, die während dieser Zeitspanne an den jährlichen Feiern von dem stets in vollem Bischofsornat auftretenden „Kleeschen“ mit „Tuten“ und „Boxemännercher“ bedacht wurden, sind mittlerweile erwachsen geworden. Es wurde daher beschlossen, anstatt der jeweils mit viel Engagement der Organisatoren abgehaltenen Feier in den Räumen der katholischen Kirchengemeinde zu Wiesbaden-Bierstadt eine dem Alter der Beteiligten eher entsprechende Festlichkeit in einem Restaurant zu begehen.

Unserem Vorstandsmitglied Elise Fink-Weydert ist zu verdanken, dass wir in dem renommierten Restaurant „Landhaus Diedert“ in den Gebäuden des altnassauischen, 1298 von König Adolf von Nassau gegründeten Klosters Klarenthal bei Wiesbaden eine stilgerechte luxemburgische Adventsfeier arrangiert bekamen. Zwölf Mitglieder des LFRM, also in etwa die Zahl der bisherigen Teilnehmer an den „Kleeschen-Feiern“, waren gekommen, in dem französischen, sehr gepflegten Ambiente des Restaurants „à la Carte“ diejenigen Speisen zu verzehren, die den eigenen Vorstellungen entsprachen.

Ausgesuchte Weine, ein vom Präsidenten offerierter Aperitif, ein vom Ehrenpräsidenten spendierter Digestif, eine „Surprise“ des LFRM, humorige Vorträge von Elise Fink-Weydert und Jean-Paul Théato trugen dazu bei, die Adventsfeier zu einer überaus gelungenen Veranstaltung werden zu lassen. Die Transformation der überkommenen „Kleeschen-Feier“ in eine deliziöse Convivialität war offensichtlich gelungen, sodass die Teilnehmer der Ansicht waren, dass man die Adventsfeier des LFRM auch zukünftig in einer derartigen Form im Rhein-Main-Gebiet stattfinden lassen sollte. Avis aux amateurs! Ev.


Keltenwelt am Glauberg

Auf einem der letzten Basaltausläufer des Vogelsbergs befindet sich auf einem schon von weitem sichtbaren Höhenrücken: der Glauberg. Es ist ein Ort mit einer über 7000 Jahren interessanten Geschichte. In den 1990er Jahren wurden schrittweise Grabhügel, Herrschergräber und ein „heiliger Bezirk“ aus der Zeit der frühen Kelten  vor ca. 2500 Jahren freigelegt.  Dabei machten Archäologen 1996 einen einmaligen Fund: die guterhaltene Statue eines keltischen Herrschers aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Die Kelten waren über mehrere Jahrhunderte eines der bedeutendsten Völker Europas.

Die Kelten waren Barbaren – so schildern sie die antiken Quellen: „Sie barsten vor Wut, konnten sich schlecht beherrschen schildert der römische Dichter Livius, sie hatten unbändige Freude am Essen und Trinken, am massenhaften Anhäufen des Goldes. Und wenn sie essen, hängt ihnen der Schnurrbart in die Speise, wenn sie trinken, fließt ihnen das Bier gleichsam durch eine Reuse.“ Diese Urteile antiker Schriftsteller zeigt in erster Linie die Furcht der Römer vor einem übermächtigen Gegner.

Wer waren die Kelten, wie entstand ihre Kultur? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Das sogenannte keltische „Kerngebiet“ reichte von Böhmen bis in die Schweiz und nach Ostfrankreich. Paten des typisch keltischen Stils der Frühzeit sind Anregungen aus dem griechischen Bereich, aus dem Etruskischen, vielleicht auch einzelne Elemente der Steppenkulturen sowie schließlich der vorangehenden Hallstattzeit.

Der Zeitpunkt der Entstehung des frühkeltischen Stils ist leicht einzugrenzen: in zahlreichen  „Fürstengräbern“ von der Champagne im Westen bis nach Böhmen im Osten, sind viele etruskische Metallgefäße und eine Anzahl griechischer Vasen, meist in Athen gefertigt, entdeckt worden. Die etruskischen Arbeiten liegen zusammen mit Fabrikaten des frühen typisch keltischen Stils. Mit der Entstehung des keltischen Stils ist also um 480 v. Chr. zu rechnen, ein Stil der im Umkreis jener herrschenden Schicht entstanden sein muss, die mit reichen Beigaben in den „Fürstengräbern“ begraben liegt. Unter diesen Beigaben befinden sich Streitwagen, kostbare Waffen, Goldschmuck und vor allem importiertes Bronzegeschirr.

Die Quelle des Reichtums der keltischen Oberschicht war vermutlich das Eisen. Noch in der Spätzeit war die keltische Eisenproduktion berühmt.

Die Kelten bestatteten ihre Toten unverbrannt unter Grabhügeln. Sie führten eine blühende Landwirtschaft, die im Flachland überwiegend aus Feldbau und in kälteren Gebieten aus Viehzucht bestand.

Der sensationelle Fund des Keltenfürsten vom Glauberg führte dazu, dass das Land Hessen an diesem geschichtsträchtigen Ort ein Museum erbauen ließ, um dort die Originalfunde auszustellen. Mittelpunkt des Museums bildet die lebensgroße Sandsteinfigur mit ihrem markanten Kopfschmuck eines keltischen Herrschers aus dem 5. Jahrhundert v. Chr.

Jüngste archäologische Untersuchungen im Umfeld des Glaubergs führte die Universität Mainz durch. Dabei entdeckten die Ausgräber zahlreiche unterirdische Vorratsgruben der Kelten. Ob es sich bei den in den neunziger Jahren entdeckten 16 Pfostengruben um ein keltisches Kalenderbauwerk handelt, also eine kultische Anlage,  wird zur Zeit von den Archäologen bezweifelt.

Das Museum des Glaubergs, am Ortsrand der Wetterau, nur 30 km nordöstlich von Frankfurt gelegen, mit seinen einmaligen Funden, lohnt einen Besuch.

Deshalb lädt der Luxemburger Freundeskreis Rhein-Main am 5.Mai 2012 zu einer Promenade Printanière mit Führung auf den Glauberg ein.


Ordination épiscopale von Mgr Jean-Claude Hollerich SJ

16. Oktober 2011, ein herrlicher Sonnentag in Luxemburg. An diesem Nachmittag wird die Weihe zum Erzbischof von Luxemburg unseres Freundes Jean-Claude Hollerich in der Kathedrale Notre Dame stattfinden. Wir schlendern am Vormittag durch die Stadt und treffen zufällig den designierten Erzbischof  in einem Café bei einer Tasse Kaffee. Große Wiedersehensfreude, denn wir haben uns mehrere Jahre nicht mehr gesehen. Wir haben vereinbart, dass der wegen der Entfernung nach Tokio bisher spärliche direkte Kontakt nun wieder intensiviert werden solle.

Gegen 14:00 Uhr nehmen wir unsere reservierten Plätze in der Kathedrale „Notre Dame“ direkt hinter den Eltern des gewählten Erzbischofs ein. Kurz darauf zieht der Luxemburger Klerus in weißen Alben mit Stola ein. Die Chöre auf den Emporen der Kathedrale proben die Messgesänge, so dass schon während des Wartens eine feierliche Atmosphäre in der Kathedrale entsteht. Die Reihen neben uns füllen sich langsam mit Persönlichkeiten, die nicht nur in Luxemburg Rang und Namen haben, so der Staatsminister Jean Claude Juncker, der Justizminister François Biltgen, der Außenminister Jean Asselborn, die EU-Kommissarin Viviane Reding, um nur einige zu nennen. Kurz vor 15:00 Uhr treffen auch der Großherzog Henri und die Großherzogin Maria Teresa ein und nehmen auf der Empore des Altars Platz.

In feierlicher Prozession ziehen nun die Geistlichen durch den Mittelgang ein, angeführt von Diakonen und concelebrierenden Priestern, gefolgt von dem designierten Erzbischof, dem wiederum die ordinierenden Bischöfe und schließlich der Luxemburger Erzbischof Fernand Franck folgen. Die Prozession singt beim Einzug „Tu es Petrus“, das in den Eingangsgesang „Dieu nous accueille“ übergeht. Nun beginnt die feierliche Eucharistiefeier unter der Leitung des noch amtierenden Erzbischofs Monseigneur Fernand Franck, in deren Verlauf die Weihe zum Erzbischof vorgenommen werden wird.

Die beiden Lesungen werden in den Sprachen Englisch, Französisch, Deutsch und Portugiesisch vorgetragen; Französisch und Deutsch als offizielle Amtssprachen in Luxemburg und Portugiesisch, da mehr als 20% der luxemburgischen Bevölkerung aus Portugal stammt.

Das Evangelium wird in Luxemburgisch, der Landessprache, vorgetragen. In seiner Predigt erläutert Monseigneur Fernand Franck, dass eine Kirche, die sich erneuern will, wissen muss, wer sie ist und wohin sie geht. Die Kirche darf sich nicht um sich selbst drehen. Sie lebt aus Gott und ihre Hauptaufgabe ist die Verkündigung.

Nun erfolgt die Weihe des neuen Erzbischofs mit der Anrufung des Heiligen Geistes: „Veni, Creator Spiritus“. Im Anschluss muss der ernannte Erzbischof eine Reihe von Versprechen ablegen, die er während seiner Amtszeit beachten und befolgen wird. Während der nun folgenden Allerheiligen-Litanei liegt der Kandidat ausgestreckt auf dem Boden. Die darauf folgende Weihe nimmt Monseigneur Erzbischof Fernand Franck, Luxemburg, assistiert von seiner Eminenz Joachim Kardinal Meisner, Köln und Monseigneur Peter Takeo Okada, Erzbischof von Tokio, vor. Im Mittelpunkt der Weihe stehen die in aller Stille erfolgende Handauflegung und das Weihegebet. Alle anwesenden Bischöfe legen anschließend ebenfalls ihre Hände auf das Haupt des neuen Erzbischofs. Nun folgen die Salbung des Kopfes sowie die Überreichung des Evangelienbuches, des Bischofsringes, der Mitra und des Hirtenstabs. Unter brausendem Applaus nimmt der neue Erzbischof nun auf der Kathedra Platz und übernimmt somit die Leitung des Erzbistums Luxemburg.

Der Chor intoniert den Wahlspruch von Jean-Claude Hollerich: „Annuntiate“. Damit will er klar stellen, dass die Verkündigung des Evangeliums ein permanenter Ruf in die Kirche hinein sein muss. Das Wappen des neuen Erzbischofs, in den Luxemburger Farben Rot-Weiß-Blau gehalten, zeigt oben die Insignien des Jesuitenordens, unten den Luxemburger Löwen und seitlich rechts die rote Sonne der japanischen Nationalflagge.

Nach erfolgter Weihe übernimmt der neue Erzbischof die Leitung der Eucharistiefeier, in dem er das Credo in lateinischer Sprache anstimmt. Der Schluss der Messe wird mit Te Deum laudamus eingeleitet. Nach einigen Ehrungen wendet sich der neue Erzbischof unter Jubel und Applaus an die Gläubigen und dankt insbesondere den Vertretern der orthodoxen Kirche, der jüdischen Gemeinde und der Muslime für ihre Teilnahme: „Für die Kirche gibt es keine Fremden, es gibt nur Brüder und Schwestern.“ Als der neue Erzbischof nun den Jugendlichen in der Kirche zuruft, dass eine gemeinsame Fahrt zum Weltjugendtag nach Brasilien stattfinden wird und er selbst bis dann Portugiesisch  gelernt habe, kennt der Jubel und die Begeisterung in der Kirche keine Grenzen. Analog den Benedetto-Rufen beim Weltjugendtag in Köln skandieren die Gläubigen Jean-Claude, Jean-Claude. Inzwischen ist die feierliche Grundstimmung zu Beginn der Weihe in eine fröhliche, fast ausgelassene Heiterkeit übergegangen.

In diesem Jubel klingt nach dem Segen die 3stündige Feier mit dem Luxemburger Muttergotteslied „O Mamm, léif Mamm do uewen“ aus, dessen Schluss  „am Lëtzeburger Land“ in voller Inbrunst durch die Kathedrale schallt.                                                                             Annelie und Guy Müller


Um Kichendësch

Von Olivier L. Schrikker

Von Luxemburg aus in die kulinarische Großmacht Frankreich

Kochsendungen im Fernsehen kennen wir heute von vielen Programmen in vielen Sprachen.

Mitte der 70er Jahre gab es das auch schon, allerdings noch nicht so ausgeprägt wie heute.

Ich kann mich gut erinnern in meiner Schulzeit (École hôtelière Alexis Heck, Diekirch) einmal an solch einer Kochsendung beteiligt gewesen zu sein. Zu der Zeit gab es eine Serie auf RTL (France), wo Luxemburger Restaurants Ihre Kochkunst dem französischen Fernsehzuschauer nahe gebracht haben. Federführend für diese Serie waren Thérèse Leduc und Jacques Navadic, die ich durch mein Praktikum im Restaurant Astoria in der Avenue du X Septembre in Luxemburg gut kannte. Die Idee zu dieser Sendereihe wurde dort auch geboren unter der Mitarbeit meines damaligen „Patrons“ Jacques Demarque.

Da war es auch klar, dass wir vom Restaurant Astoria auch mit in dieser Senderreihe aufgenommen wurden. Später kamen dann noch Restaurants aus Belgien und Nord-Frankreich dazu, und als Abschluss ist dann auch ein Begleitbuch zu dieser Serie erschienen unter dem Namen : Les sécrets des Chefs, mit einer limitierten Auflage von 20.000 Exemplaren.

Ein Rezept von Jacques Demarque möchte ich hier wiedergeben und, wie es damals üblich war, in Französisch:

Escalope de Saumon à l’Oseille pour 4 personnes

4 escalopes de saumon frais

3 échalotes

1/8 vin blanc sec  (Elbling)

¼ l crème fraîche (süße Sahne)

50g de beurre

1 petite cuillère de farine

100 gr d’oseille

jus de citron

sel et poivre

250g de pâte feuilletée

Vous abaissez la pâte feuilletée  en 4 rectangles et la faites cuire 10 minutes au four chaud. Puis vous faites réduire les échalotes hachées dans le vin blanc. Pendant ce temps vous étuvez au beurre l’oseille coupée en petits morceaux… La réduction échalotes étant prête vous y ajoutez le quart de crème, le jus de citron, la chiffonnade d’oseille et le beurre manié.

Dans une poêle vous faites dorer très rapidement les deux côtés des escalopes de saumon.

Puis vous dressez les escalopes sur les rectangles de pâte feuilletée cuits au préalable et vous nappez avec la sauce.

Bon appétit! Dazu empfehle ich einen Luxemburger Pinot Gris.



Luxemburger-Freundeskreis Rhein-Main e.V. | info@letzebuerg.de