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Präsidentin Elise-Fink-Weydert bei ihrer Ansprache anlässlich des Festessens zum Nationalfeiertag am 19. Juni 2016 im Hotel-Restaurant "Lahnschleife" in Weilburg an der Lahn
Am dreigängigen Festessen nahmen 32 Mitglieder und Gäste teil, hier nur ein Ausschnitt (Photos: Karl-Heinz Fink)
Luxemburger Nationalfeier in Weilburg am 19. Juni

Angesichts der fast täglichen Regenfälle übte der Himmel am Sonntag, dem 19. Juni, in Weilburg gütige Nachsicht. Zahlreiche Mitglieder und Freunde Luxemburgs fanden sich morgens um 10.30 Uhr in der katholischen Pfarrkirche „Heilig Kreuz“ ein, um mit dem General-Aumônier der Luxemburger Armee und der Großherzoglichen Polizei, Domkapitular LtCol Nicolas Wenner, der mit Dekan Hans Mayer konzelebrierte, den festlichen Gottesdienst zu feiern. LFRM-Vizepräsident Jean-Paul Théato assistierte mehrfach als Lektor und Cantor, wobei die Fürbitten zugleich auch für die Großherzogliche Familie und das Luxemburger Land galten. Die Messe endete mit der „Heemecht“, begleitet von der Organistin Elena Peters.

Danach begaben sich die Teilnehmer zum 2012 enthüllten Herzog-Adolph-Denkmal auf dem Schlossplatz, wo pünktlich um 12 Uhr eine Abordnung der Weilburger Bürgergarde unter dem Kommando von Hauptmann Jörg Schönwetter und Leutnant Dirk Petersen beidseits des Denkmals Aufstellung genommen hatte. LFRM-Präsidentin Elise Fink-Weydert, assistiert vom Luxemburger Honorarkonsul in Bad Homburg, Dr. Fritz Becker, legte ein Blumengebinde in den Luxemburger Nationalfarben nieder. Auch Bürgermeister Gast Jacobs, Colmar-Berg, der vom LFRM eingeladen worden war, legte einen Kranz in den Nationalfarben nieder.

Nachdem Elise Fink-Weydert ein von allen Beteiligten mit dreifachem „Vive“ erwidertes Hoch auf den Großherzog, die Großherzogliche Familie und die Luxemburger Heimat ausgebracht hatte, ergriff auf Wunsch der Präsidentin LFRM-Ehrenpräsident Pierre Even das Wort, erinnerte an die Ursprünge des „Kinneksgebuertsdags“ in Luxemburg, als die Nationalfeiertage noch die Geburtstage der Könige der Niederlande als Großherzöge von Luxemburg waren, erinnerte an die erstmalige Vereidigung Herzog Adolphs zu Nassau als Regent in Luxemburg am 11. April 1889, als er freimütig bekannte, ab heute Luxemburger zu sein, und damit einen neuen Patriotismus für die zukünftige Dynastie begründete, und vergegenwärtigte den vor 125 Jahren, am 24. Juli 1891 zum74. Geburtstag von Großherzog Adolph, erstmals begangenen Nationalfeiertag der Dynastie Luxemburg-Nassau.

Vom Denkmal aus begaben sich alle Teilnehmer zum Hotel „Lahnschleife“, wo ab 12.30 Uhr auf der Terrasse der „Ehrenwein“, besser gesagt, ein Sektempfang stattfand.

Nachdem Präsidentin Elise Fink-Weydert alle anwesenden Luxemburger und Ehrengäste willkommen geheißen hatte, erteilte sie dem Weilburger Bürgermeister Hans-Peter Schick das Wort. Er erinnerte daran, dass es in einer unruhig gewordenen Welt höchst wichtig sei, dass Heimat, Verbundenheit und Miteinander gelebt werden. So stärke die Feier des Luxemburger Nationalfests in Weilburg das Miteinander nicht nur zwischen Luxemburg und Weilburg, sondern auch im europäischen Haus. Ein Europa sei nicht für die Bürokratie, sondern für das Zusammenleben der Menschen notwendig. Weilburg und Luxemburg habe in den letzten zwanzig Jahren eine gemeinsame Traumkarriere erlebt. Bürgermeister Schick, der nächstes Jahr, nach 24 Jahren Amtszeit, in den Ruhestand gehen wird, versprach unter dem Applaus der Anwesenden, sich auch künftig für nassauische Anliegen und die Freundschaft mit Luxemburg einzusetzen.

In einem separaten Raum des Restaurants „Caprice“ im Hotel „Lahnschleife“ war das von der Luxemburger Trikolore umgebene Porträt des Großherzogs aufgestellt, und waren vier runde Tische für 32 Personen gedeckt, alle von der Präsidentin geschmackvoll geschmückt mit Blumengestecken in den Luxemburger Farben. Die Menükarten waren mit blau-orangen Bändern zusammengebunden.

Vor dem Festessen ergriff Präsidentin Elise Fink-Weydert das Wort, begrüßte insbesondere die Ehrengäste und dankte vor allem Honorarkonsul Dr. Becker für die großzügige Unterstützung des LFRM. Ehrenpräsident Pierre Even überreichte Herrn Dr. Becker ein Weinpräsent und Frau Ingrid Becker ein Blumenbouquet. Im Übrigen dankte die Präsidentin namentlich allen an der Vorbereitung und Durchführung der Nationalfeier beteiligten Personen, ganz besonders auch der Bürgergarde. Sie beendete ihre Ansprache mit einem dreifachen „Vive“ auf unseren Großherzog und die Großherzogliche Familie.

Anschließend unterzeichneten alle Anwesenden folgen-des an II.KK.HH. gerichtetes Glückwunschschreiben: «Monseigneur, Madame, eise Kinneksgebuertsdaag feiere mer dëst Joer an der nassauescher Residenzstaat Weilburg a Präsenz vum Här Konsul Dr. Fritz Becker, dem General-Aumônier Abbé Nicolas Wenner, dem Haaptmann vun der Weilburger Bürgergarde Här Jörg Schönwetter, dem Buergermeeschter vu Colmar-Bierg Här Gast Jacobs, a mer fillen eis ganz besonnesch un dësem Dag mat Ärer Familljen verbonnen, der mer vun ganzem Häerzen dat Bescht fir d´Zukunft wënschen. Vive de Grand-Duc, Vive d'Grande-Duchesse, Vive d'Groussherzoglech Famill, Vive eis Heemecht. De Comité, d´Memberen an d´ Éieregäscht vum Cercle Amical Luxembourgeois.»

Der Luxemburger Botschafter in Berlin, S.E. Georges Santer, hatte brieflich der Präsidentin sein großes Bedauern ausgedrückt, nicht an der Nationalfeier teilnehmen zu können, da er am selben Tag in Berlin einen Termin mit dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, wahrzunehmen hatte. Er wünschte allen Mitgliedern des Freundeskreises eine wunderschöne Zusammenkunft und ein freudiges Fest.

Es wurde eine Spargel-Cremesuppe mit Oliven-Croutons und Wildlachsklößchen serviert, dann gab es entweder ein Hüftsteak vom argentinischen Rind auf einem Spargel-Rucola-Salat mit Kirschtomaten, frisch gehobeltem Parmesan und eine Folienkartoffel mit Kräuterquark, alternativ ein mediterran gegrilltes Doradenfilet an Zitronen-Salbeibutter mit geschmortem Chicorée, Süßkartoffeln und Beilagensalat, und für Vegetarier gab es hausgemachte Ravioli mit Spinat und Cheddar gefüllt an gewürfelter Williamsbirne und gerösteten Pilzen in Gorgonzola-Sauce. Zum Dessert wurden dreierlei hausgemachte Sorbets gereicht. Dazu wurden ein Rheingauer Hochheimer Kirchenstück Riesling und ein Pfälzer Riesling Spätlese ausgeschenkt. Das Festessen verlief in gemütlicher, freundschaftlicher und entspannter Atmosphäre und dauerte bis über 16 Uhr hinaus.

In der alten nassauischen Residenzstadt Weilburg erlebten die Teilnehmer eine sehr gelungene und würdige Nationalfeier. (Red.)


Hohe Auszeichnung für Pierre Even

Anlässlich des Nationalfeiertags wurde Pierre Even, Wiesbaden, am 21. Juni 2016 von S.K.H. Großherzog Henri mit der Verleihung des Commandeur avec couronne de l’Ordre de Mérite civil et militaire d‘Adolphe de Nassau ausgezeichnet. Hofarchivar Pierre Even ist seit 2010 für das Großherzogliche Hausarchiv verantwortlich, er ist LFRM-Ehrenpräsident.


Hintergrundmusik: Pierre Pütz (1849-1913): Les six Princesses. Polka pour Cornet à Pistons (1904), bearbeitet für Holzbläserquartett von Pierre Even - Holzbläserquartett der Wiesbadener Musikakademie (Wiesbaden 2008)


 

Luxemburger-Freundeskreis Rhein-Main e.V. | info@letzebuerg.de