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Luxemburger Nationalfeier am 19. Juni 2011 in Schloss Biebrich
Konzert des Duos Marie-Denise Heinen (Violine) und Dora Entcheva-Heinen (Violine/Viola)
Programm:

Jean-Marie Leclair (1697-1764)
Sonate Nr. 5 e-moll für zwei Violinen
Allegro ma poco – Gavotte / Andante grazioso - Presto

Pierre Even (*1946)
Consolatio für zwei Violinen op. 50 (Hommage à Jeannot Heinen), Uraufführung

Jeannot Heinen (1937-2009)
Aus « 9 Caprices Luxembourgeois » für Violine solo op. 110
Nr. 1 : Allegretto (giocoso) « Mir si glëcklech, mir si frei »
Nr. 2 : Dolce, espressivo « Wei meng Mamm nach huet gesponnen »
Nr. 9 : Libre ma non troppo lento – Vivace, Caprice-Fantasie « Ech sin de groussen Hexeméschter »

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Duo in G-Dur KV 423 für Violine und Viola
Allegro – Adagio – Rondeau / Allegro

Luxemburger Nationalfeier in Wiesbaden-Biebrich

Brillantes Konzert des Duos Marie-Denise Heinen und Dora Entcheva

Am 19. Juni beging der Luxemburger-Freundeskreis Rhein-Main (LFRM) den Nationalfeiertag in Wiesbaden-Biebrich. Zahlreiche Mitglieder und Gäste aus Luxemburg, darunter Député-Maire Fernand Diederich aus Colmar-Berg, die Bürgermeister der ehemals nassauischen Residenzstädte Weilburg und Königstein sowie die traditionsreiche Weilburger Bürgergarde versammelten sich zunächst bei etwas stürmischem Wetter zur Kranzniederlegung am Nassauischen Landesdenkmal, dem Monument Großherzog Adolphes. In der vollbesetzten Biebricher Pfarrkirche St. Marien konzelebrierten General-Aumônier LtCol Nicolas Wenner und  Pfarrer Knud Schmitt das auch vom Biebricher Chor „Chorage“ festlich gestaltete Hochamt. LFRM-Vizepräsident Jean-Paul Théato sprach die Fürbitten für die großherzogliche Familie und das Luxemburger Land.

Zur akademischen Feier in Schloss Biebrich begrüßte der Luxemburger Honorarkonsul Dr. Fritz Becker die fast 100 Teilnehmer und Ehrengäste und dankte dem LFRM für sein Engagement zur Gestaltung der Nationalfeier. Député-Maire Fernand Diederich wies auf die Bedeutung des Luxemburger Nationalfeiertages sowie die gelebte Partnerschaft mit Weilburg hin. Der Wiesbadener Stadtrat Wolfgang Gores überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters, und seitens der Biebricher Vereine und Verbände erhielt der LFRM für seine Aktivitäten eine Urkunde als besondere Auszeichnung.

Höhepunkt der Feier war das glanzvolle Konzert des Duos Marie-Denise Heinen (Violine) und Dora Entcheva-Heinen (Violine/Viola). Mit bewegender Leidenschaft und mustergültiger Perfektion interpretierten sie Werke von Jean-Marie Leclair, Jeannot Heinen und Wolfgang Amadeus Mozart, und als Uraufführung „Consolatio“ für zwei Violinen von Pierre Even, eine ergreifende Hommage an den vor zwei Jahren verstorbenen Luxemburger Komponisten Jeannot Heinen. Das mit lang anhaltendem Applaus bedachte, außergewöhnliche Konzert klang nach den Dankesworten von LFRM-Präsident Pierre Even und der „Heemecht“ aus mit einem von Honorarkonsul Dr. Becker gegebenen Empfang, zu dem der Chor „Chorage“ noch einige Proben seines Könnens gab. Anregende Gespräche und ein Glückwunschtelegramm an das großherzogliche Paar beendeten den niveauvollen Festtag.  (EFW)

Die Künstlerinnen:

Marie-Denise Heinen

Marie-Denise Heinen, geboren 1982 in Baden-Baden, erhielt den ersten Violinunterricht mit drei Jahren bei ihrer Mutter Dora Entcheva-Heinen. 1992 wurde Marie-Denise Heinen Gastschülerin bei Prof. Wolfgang Marschner an der Pflügerstiftung in Freiburg. Schon mit 9 Jahren erhielt sie ihren ersten Preis beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Stuttgart und gehörte seitdem regelmäßig zu den Preisträgern bei Violin- und Kammermusik-Wettbewerben „Jugend musiziert“.

1998 wurde sie als Jungstudentin an der Hochschule für Musik Karlsruhe in die Klasse von Prof. Ulf Hoelscher aufgenommen, bei dem sie zehn Jahre eine exzellente geigerische und stilistische Ausbildung erhalten hat. Nach dem Abitur folgten die Studiengänge Diplom Künstlerische Ausbildung (2001-2006) und Master of Music (2006-2008), welche sie jeweils mit Auszeichnung abschloss. Seit 2008 führt sie ihr Studium bei Prof. Dora Bratchkova an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim fort, wo sie ihre solistische Ausbildung macht. Während der gesamten Studienzeit besuchte sie zahlreiche Meisterkurse bei Prof. Ulf Hoelscher, Prof. Stephen Shipps, Prof. Paul Rosenthal, Prof. Jean Sulem, Prof. Arnulf von Arnim und Prof. Rainer Kussmaul, wo sie mehrfach für Solorecitals und auch als Solistin, u. a. unter der Leitung von David Geringas, ausgewählt wurde. 2003 wurde die junge Geigerin Finalistin beim Internationalen Violinwettbewerb „Jeunesses Musicales“ in Bukarest.

Marie-Denise Heinen konzertiert als Solistin und in verschiedenen Kammermusikbesetzungen in Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Italien, Spanien und Bulgarien, u. a. im Rahmen der Winterfestwochen Herrenhausen in Hannover, der Schwetzinger Festspiele, des Festivals auf Schloss Bourglinster in Luxemburg, des Festivals für Russische Musik in Burgas (Bulgarien), der Internationalen Herbst-Korrespondenzen Baden-Baden und auf Einladung der Fondazione William Walton in Ischia (Italien). Schon mit 14 Jahren debütiert sie als Solistin in Luxemburg, der Heimat ihres Vaters Jeannot Heinen, mit dem RTL-Sinfonieorchester unter der Leitung von Pierre Cao. Es folgen zahlreiche Konzerte mit der Baden-Badener Philharmonie, dem Orchestre de Chambre du Luxembourg „Les Musiciens“, der Philharmonie Burgas und der Cappella Istropolitana Bratislava. 2010 gründet sie zusammen mit ihrer Klavierpartnerin Nargiza Alimova und dem Cellisten Zoltán Onczay das Heinen Klaviertrio im Andenken ihres Vaters und Komponisten Jeannot Heinen. Seit 2009 ist sie stellvertretende Konzertmeisterin des Kurpfälzischen Kammerorchesters Mannheim.

Dora Entcheva-Heinen

Die bulgarische Geigerin Dora Entcheva, hervorgegangen aus den Meisterklassen von Prof. Vladimir Avramov (Sofia) und Prof. Wolfgang Marschner (Freiburg), verbindet ihre internationalen Konzertaktivitäten mit intensiver pädagogischer Tätigkeit. In Konzerten, bei Radio-, TV- und CD-Aufnahmen sowie bei Uraufführungen vieler ihr gewidmeten Werke genießt sie hohe Anerkennung als Interpretin zeitgenössischer Musik.

Eine ganz besondere Rolle in ihrem Leben spielte die Begegnung mit dem luxemburgischen Komponisten Jeannot Heinen im Juni 1980 in Baden-Baden. Als Künstler-Ehepaar arbeiteten sie eng zusammen und konnten unzählige Projekte erfolgreich realisieren. 1999 wurden sie gemeinsam für ihre künstlerische und pädagogische Tätigkeit mit der Baden-Badener Medaille ausgezeichnet.

Dora Entcheva ist Mitbegründerin der Vereinigung KORRESPONDENZEN Baden-Baden und seit 1991 künstlerische Leiterin der Internationalen Baden-Badener Herbst-Korrespondenzen. 2009 übernahm sie die Position des 2. Vorsitzenden der Vereinigung.

Gemeinsam mit ihrer Tochter Marie-Denise Heinen widmet sie sich intensiv der Pflege und Verbreitung des reichen und vielseitigen Werkes des Komponisten Jeannot Heinen.

Zum Gedenken:

Jeannot Heinen wurde am 25. Dezember 1937 in Luxemburg geboren und verstarb am 6. März 2009 in Baden-Baden. Er gilt als der wohl kreativste zeitgenössische Luxemburger Komponist.  Seine ersten Kompositionen schrieb er als Autodidakt. Erst 1956 begann er, Musik zu studieren. Bei der Aufnahmeprüfung für das Konservatorium der Stadt Luxemburg spielte Heinen nichts anderes als sein Zweites Klavierkonzert! Später studierte er an der 'Musikhochschule des Saarlandes' in Saarbrücken und 1969 gewährte ihm die 'Brahmsgesellschaft Baden-Baden' einen neunmonatigen Aufenthalt im damals gerade eröffneten Studio des dortigen Brahmshauses. 1970 wurde er beim Südwestfunk Baden-Baden (dem heutigen SWR) tätig und dort 1971 als Archivreferent und Dokumentationsredakteur mit der Leitung der Musikdokumentation beauftragt. 1989 gründete er zusammen mit seiner Frau, der bulgarischen Violinvirtuosin Dora Entcheva, der Komponistin Violeta Dinescu und anderen Musikern die Gesellschaft 'Korrespondenzen', eine Vereinigung zur Förderung der zeitgenössischen Musik in Baden-Baden. Heinens Werkkatalog umfasst weit über 400 Werke, die inzwischen von fast 300 Solisten inkl. Duos bis Quartett sowie fast 40 Orchestern und Chören aufgeführt wurden.



Hintergrundmusik: Pierre Pütz (1849-1913): Les six Princesses. Polka pour Cornet à Pistons (1904), bearbeitet für Holzbläserquartett von Pierre Even - Holzbläserquartett der Wiesbadener Musikakademie (Wiesbaden 2008)


 

Luxemburger-Freundeskreis Rhein-Main e.V. | info@letzebuerg.de